Samstag, der 03 August
Beim Aufbruch heute Morgen schien die Sonne und die Berge der Kananaskis Range zeigten sich von ihrer besten Seite, wunderbar in der Sonne und mit einem Halstuch aus weißen Wolken.

Schade das wir dieses Wetter nicht am Vortag hatten. Die Fahrt nach Banff in den Banff National Park dauerte nur eine gute Stunde, sodass wir natürlich zum Einchecken in unsere neue Lodge viel zu früh waren. Da für Sonntag bereits wieder schlechteres Wetter angesagt ist, haben wir uns entschlossen heute alles zu machen wozu man eine gute Sicht benötigt. Wir sind auf den Parkplatz vor der Gondelbahn auf den Sulphur Mountain gefahren, haben ein Ticket gelöst und uns auf den Berg fahren lassen. Der sehr steile Aufstieg mit über 600 Höhenmeter hätte etwa 5 Stunden gedauert. Da man ja auch von dem Berg wieder herunter muss, hätte uns das zu lange gedauert. Die Aussicht vom Sulphur Mountain auf Banff und die umgebenden Berge ist fantastisch, wie ihr beim folgenden Foto erkennen könnt.

Wir hatten großes Glück das wir gegen 9:30 Uhr bereits auf dem Parkplatz waren und auch ohne Wartezeit eine Godel erwischten. Als wir die Warteschlange nach unserer Talfahrt sahen, traf uns der Schlag. Wir haben uns gefragt wo diese Menschenmassen auf der Bergspitze überhaupt Platz finden.
Vom Sulphur Mountain aus sind wir zum Sunshine Valley gefahren. Laut Reiseführer sollte es vom Parkplatz des Valleys einen Busshuttle-Dienst in das Sunshine-Skigebiet geben. Im Sommer kann man dort oben tolle Trails gehen bei denen man die fantastische Blumenwelt der Gegend bewundern kann. Am Parkplatz angekommen mussten wir das Schild "Road closed" zur Kenntnis nehmen. Die bereits bekannten Unwetter haben unseren Plan wieder einmal durchkreuzt.
Wir haben uns dann im Visitor Center in Banff beraten lassen und sind erst einmal ein Stück am Bow River entlang gelaufen und haben das Bergpanorama bewundert.


Leider hatten wir vor diesem Spaziergang vergessen uns mit "No bite" einzureiben, was zur Folge hatte das ganze Moskitoschwärme über uns herfielen. Wir sind die Strecke dann nicht mehr weitergegangen, sondern zu unserem Auto um uns sofort gegen Mücken zu imprägnieren. Unser Eindruck ist das Kanada wahrscheinlich die höchste Moskitodichte der Welt hat. Nach dieser Erfahrung sind wir zum Vermilion Lake gefahren, dort am Ufer entlang gelaufen und haben die Berge vom Seeufer aus auf uns wirken lassen.

 
Die Landschaft um Banff herum und die Lage von Banff gefallen uns sehr gut. Für unseren Geschmack befinden sich nur zu viele Menschen in der Stadt. Es ist allerdings auch Wochenende.
Freitag, der 02. August
Als wir heute Morgen aufwachten, war es am Regnen. Das bedeutete, dass wir unsere Trail-Planung von gestern vergessen konnten. Wir sind zum Visitors Center des Peter Loughead Provincial Parks gefahren um zu erkunden was bei diesem Wetter überhaupt machbar ist. Die Rangerin hat uns zwei 7 km lange Trails am Lower und am Upper Kananaskis Lake empfohlen. Da der erste am Lower Kananaskis Lake entlang direkt am Visitors Center begann, haben wir den auch als erstes in Angriff genommen. Auch das folgende Schild konnte uns nicht abschrecken, und mich schon gar nicht, denn wenn Friederike bei mir ist, fürchte ich mich vor nichts mehr.

Am Seeufer angekommen, war es trotz Regen doch ganz schön. Die Berge haben halt auch bei einem solchen Wetter ihren Reiz.

Das ist der Lower Kananaskis Lake. Bei Sonnenschein hätte er sicherlich noch schöner ausgesehen, aber auch die Wolken vor den Bergen wirken gut. Was es dort in Massen gab waren jedoch Moskitos. Wir hatten zum Glück genügend "No bite" mit und haben uns kräftig eingesprüht.
Da bei diesem Wetter ein Trail auf einen der Gipfel keinen Sinn machte, sind wir weitergefahren zum Upper Kananaskis Lake. Dort angekommen fing es noch kräftiger an zu regnen, sodass wir auf diesen Trail wiederum entlang des Seeufers keine Lust mehr hatten. Am Seeufer entlang zu wandern ist einfach langweilig. Ich bin dann vom Parkplatz ans Seeufer gegangen um wenigstens ein paar Fotos zu machen. Das Ergebnis seht ihr hier.

   
Ziemlich gefrustet haben wir uns auf den Weg Richtung Delta Lodge gemacht und siehe da, plötzlich tauchte auch die Sonne wieder auf und die Giganten zeigten sich uns doch noch.

Die Gipfel im Bereich des Peter Loughead Provincial Parks habe alle eine Höhe zwischen 2800 - 3100 Meter. Es gibt dort noch eine Reihe Gletscher, die allerdings von der See- bzw. Flussseite aus nicht sichtbar sind. Der ursprüngliche Trail, den wir am Upper Kananaskis Lake gehen wollten, war noch wegen Unwetterschäden geschlossen. Die Schäden der Überschwemmungen vom Juni - Juli sind erheblich. Es werden immer noch Straßen und Brücken repariert. Eine ganze Reihe Trails sind ebenfalls noch gesperrt.
Die Wetterbesserung haben wir sofort genutzt und sind zu einer etwa 6 km langen Tour zu den Troll Falls aufgebrochen.


Das war ein versöhnlicher Abschluss des Tages den wir uns doch etwas anders vorgestellt hatten. 
Morgen geht es weiter nach Banff in den Banff National Park und wir hoffen, dass dort das Wetter wieder zu unseren Plänen passt. 
 



Donnerstag, der 01. August
Heute hieß es Abschied nehmen vom Waterton Nationalpark. Es ist uns ziemlich schwer gefallen, denn wir hatten dort optimales Wetter. Nach dem Frühstück, das wir wie üblich auf unserem kleinen Balkon eingenommen haben, sind wir zum Parkausgang aufgebrochen. Dort, am Übergang zwischen Prärie und Gebirge haben wir uns noch die Reste einer Büffelherde angesehen. Und es waren sogar welche da die wir fotografieren konnten, wie ihr am folgenden Bild sehen könnt.

Und einen letzten Blick auf die Rockies im Bereich des Waterton Parks haben wir auch noch gewagt. Der Übergang von Prärie zu den steil aufragenden Bergen wirkt fantastisch, besonders am frühen Morgen.

Ich habe die gesamte Bergkette auch als Panorma aufgenommen und bin gespannt wie das wirkt.

Vom Waterton aus sind wir den Cowboy-Trail gefahren, überwiegend den Highway 22. Dieser Highway heißt Cowboy-Trail weil der Viehtrieb früher über diesen Weg gemacht wurde. Wir sind ihn gefahren weil er landschaftlich interessanter ist als die Autobahn wieder Richtung Calgary zu fahren. Die ersten Eindrücke waren überwiegend Rinderhaltung und der Futteranbau dafür.

 
Danach wurde es hügeliger mit saftgrünen Weideflächen. Es erinnerte fast an Irland.


Unsere Absicht war es von dem Highway 22 nach Kananaskis Village, unserer nächsten Station, abzubiegen. Dies war jedoch nicht möglich da die Straße nach den schweren Überflutungen im Juni immer noch gesperrt ist. Das müssen die schlimmsten Überschwemmungen gewesen sein die es in Kanada gegeben hat. Für uns hatte das zur Folge das wir bis zum Transcanada Highway nach Norden fahren mussten und dann nach Süden zum Kananaskis Village in die Delta Lodge, einer riesigen Hotelanlage. Kananaskis Village wurde für die Olympischen Winterspiele 1988 in Calgary als Austragungsort der alpinen Skisportdisziplinen gebaut. Es liegt wunderschön mitten in den Rockies wie das folgende Bild zeigt.

Wenn das Wetter morgen mitspielt, haben wir uns einen ganztägigen Trail ausgesucht. Als wir heute ankamen, hat es sogar geregnet. Wir brauchen halt einfach etwas Glück.

 
Mittwoch, der 31. Juli
Heute haben wir mehrere kleine Trails zur Erholung gemacht. Gestartet sind wir nach dem Frühstück zum Red Rock Canyon. Man darf da keinen Vergleich zum Grand Canyon machen, sehenswert ist er aber auf jeden Fall. Ohne große Anstrengungen ist er zu umrunden. Was wir dann auch getan und dabei immer wieder gute Einblicke in die Schlucht bekommen haben.


Außerdem hat man von diesem Teil des Nationalparks einen guten Blick auf den höchsten Berg des Waterton Nationalparks, den Mount Blakistone mit über 2800 Metern.

Vom gleichen Trailhead aus konnten wir eine kurze Wanderung zu den Blakistone Falls machen. Der Weg dorthin war auch überwiegend eben.


Es gibt sicherlich spektakulärere Wasserfälle, aber interessant sind sie trotzdem, vor allem auch die Stromschnellen vor und nach dem Fall.

Nach diesen beiden Minitrails hatten wir beabsichtigt eine kurze Mittagspause auf unserem Balkon mit einem Imbiss zu verbringen. Auf der Fahrt von den Blakistone Falls nach Waterton Village sahen wir plötzlich etwas Schwarzes auf der Straße und drosselten unsere Geschwindigkeit, was auch gut war, denn beim Näherkommen stellte sich das Schwarze als Bär heraus. Wir beeindruckten ihn gar nicht. Er ging an den Straßenrand und fraß weiter Beeren und Wurzeln, sodass wir ein paar nette Fotos von ihm machen konnten.


Das war ein überraschendes Erlebnis mit dem wir nicht gerechnet hatten. 
Da das Wetter im Moment hervorragend ist, hatten wir uns für den Nachmittag einen weiteren Wasserfall vorgenommen. Es sollten die Lower Bertha Falls sein. Wir sind auch zu folgendem Wasserfall gelaufen.


Versehentlich, was wir allerdings erst später erfahren haben, waren wir aber an den falschen Wasserfällen. Was ihr oben seht sind die Cameron Falls, nur wenige hundert Meter neben den Lower Bertha Falls. Da wir noch sehr viel Zeit hatten, wollten wir von den geglaubten Lower Bertha Falls einen 3 km langen sehr steilen Trail zum Bertha Lake laufen. Wir sind auch einen Trail gegangen, als aber nach gefühlten 3km weit und breit kein See in Sicht war, haben wir entgegenkommende Wanderer gefragt wie weit es denn noch bis zum See ist. Dabei stellte sich heraus das wir auf einem völlig faschen Trail gelandet sind. Da der von uns begangene Trail hin und zurück an diesem Nachmittag nicht mehr zu schaffen war, haben wir abgebrochen und sich zurück gegangen. Bad Luck wie der Kanadier zu sagen pflegt.
Die Lower Bertha Falls werden wir uns morgen früh noch ansehen bevor uns unsere Rundreise weitertreibt ins Kananaskis Village.
Leider müssen wir dem Waterton Nationalpark dann auf Wiedersehen sagen. Uns bleibt er wie auf dem folgenden Foto in Erinnerung.

Das Bild haben wir gestern Abend aufgenommen. Es zeigt nur ansatzweise das tolle Abendlicht in den Bergen hier.
 
Crypt Lake Hiking Trail

Will man den Crypt Lake Hiking Trail wandern, muss man einen ganzen Tag einkalkulieren. Dieser Trail ist äußerst anstrengend und One way 8,5 km lang. Die Wanderung beginnt mit einer Bootstour. Vom Waterton Village wird man um 9::00 Uhr oder 10:00 Uhr zum Trailhead auf der anderen Seeseite gebracht. Die Rücktour ist für 16:00 Uhr bzw. 17:30 Uhr terminiert. Wer später kommt hat Pech gehabt. Wir haben das Schiff um 9:00 Uhr genommen und mit etwa 40 Personen den Trail begonnen.

 Das Bild zeigt den Upper Waterton Lake

Der Trail führte in Serpentinen an Wasserfällen vorbei und immer wieder zeigten sich tolle Aussichten auf die Berge.


Leider bekam Friederike arge Kreislaufprobleme, sodass wir schon dachten den Trail abzubrechen, aber mit genügend Wasser ging es doch immer wieder weiter.
Dann kam das Highlight des Trails. Nachdem man ein steiles Geröllfeld überwunden hatte, stand man vor einer Leiter die einen senkrecht die Felswand hoch zu einem Tunnel brachte, den man gebückt oder kriechend passieren musste. Dann ging es auf schmalen Felsvorsprüngen an einem Drahtseil weiter. In die Tiefe sehen durfte man nicht. Bis zum Crypt Lakewar es dann nach diesen Anstrengungen nicht mehr sehr weit. Die folgenden Bilder sollen euch unsere Adventure-Tour etwas verdeutlichen. Die Drahtseilaktion konnte ich leider nicht fotografieren, da ich beide Hände zum Festhalten brauchte. Das müsst ihr uns einfach glauben.



Das Bild oben zeigt den Crypt Lake. Die Anstrengungen haben sich also gelohnt.
Zurück musste leider wieder der gleiche Weg genommen werden, was nach der Kletter- und Tunnelaktion eher langweilig war. 
Nach den Anstrengungen heute, wollen wir es morgen etwas geruhsamer angehen lassen.


 


Calgary und Fahrt in den Waterton National Park

Wir hatten im Waterton National Park einige Internetprobleme. Daher konnte ich erst jetzt den Blog weiter bearbeiten.
Wie bereits gestern angekündigt, hier ein Bild unseres Jeep Liberty. Er fährt sich sehr gut, wir vermuten jedoch das er einiges an Benzin verbraucht. Aber bei einem Preis von etwa 0,90 € lässt sich das sicherlich verkraften.


Da unser Hotel in Downtown Calgary lag, haben wir doch noch einen kleinen Rundgang gemacht. Wir sind bei der Medal Plaza, dem Ort an dem die Medaillen der Olympischen Winterspiele 1988 vergeben wurden gestartet und sind dann einen Teil des Skywalks, einem überdachten Weg durch sämtliche Malls der Innenstadt, gegangen. Der Skywalk summiert sich auf eine Länge von 16 km. Da können Frauen so richtig dem Kaufrausch verfallen. Der Abschluss im Skywalk bildet der Devonian garden, tropische Pflanzen mitten in der Mall. Das kann man sich schon einmal ansehen, wenn man ohnehin dort ist.
 


Gegen 10:30 Uhr haben wir uns dann auf den Weg gemacht in den Waterton National Park. Gegen 14:00 Uhr sind wir dort eingetroffen und haben im folgenden kleine Häuschen eingecheckt. Wir haben das Zimmer mit dem Balkon, den ihr auf dem folgenden Foto erkennen könnt.


Anschließend haben wir unseren ersten kleinen Trail von ca. 2 Stunden gewandert. Er führte auf den Bear Hump in etwa 1800 m Höhe. Von dort oben bot sich ein fantastischer Blick. Auf dem Foto seht ihr mich auf dem Gipfel. Im Hintergrund der Upper Waterton Lake. Morgen wollen wir einen etwa 17 km langen Tagestrail zum Crypt Lake gehen, der sehr schwierig und steil sein soll. Die Tour wird sicherlich einen ganzen Tag dauern. Das Wetter war heute schon recht ordentlich, bis auf ein paar Regentropfen zwischendurch. Morgen soll es noch besser werden. Das können wir für diese Wanderung auch gut gebrauchen.



Ankunft in Calgary

Wir sind pünktlich um 15:30 Uhr Ortszeit Calgary gelandet. Die Mietwagenübernahme hat auch anstandslos geklappt. Wir haben einen riesigen Jeep Allrad, der zu hoch für die Tiefgarageneinfahrt unseres Hotels in der Innenstadt ist. Ein Foto werden wir sicherlich noch nachreichen. Im Moment regnet es hier. Wir sind von der langen Reise doch ziemlich geschafft und werden nur noch eine Kleinigkeit essen gehen. Viel Sehenswertes kann Calgary ohnehin nicht bieten. Morgen fahren wir weiter in den Waterton National Park und hoffen dort auf besseres Wetter.