Mittwoch der 07. August
Heute stand auf unserem Plan den Wilcox Pass Trail zu wandern. Da es gestern Abend anfing kräftig zu regnen, war das sehr fraglich. Jedoch, Überraschung, heute Morgen schien die Sonne, sodass wir auch nach dem Frühstück sofort aufgebrochen sind. DerTrail bis zum Gipfel ist etwa 4km lang, One way versteht sich. Es muss ein Höhenunterschied von 380m überwunden werden bevor man den Gipfel auf gut 2400m erreicht.


Es gibt immer wieder sehr steile, aber auch flachere Streckenabschnitte dazwischen. Und immer wieder gibt es schöne Aussichten auf die Gletscher der Nachbarbergkette.


Und immer wieder, wenn ich denke ein Mountain Goat vor der Linse zu haben, ist Friederike anschließend auf dem Foto zu sehen. Ich habe langsam den Verdacht das sie die Tiere durch ihr Erscheinen vertreibt. Aber besser Friederike als gar kein Tier.


Oben auf dem Wilcox Peak angekommen war diese Aussicht der Lohn für den Aufstieg. Alle Gletscher sind im Bild nicht erfasst. Ich habe versucht ein Panorama zu machen und bin gespannt was dabei herauskommen wird. Von diesem Punkt aus konnte man sicherlich 5 oder 6 Gletscher sehen darunter der Boundary-, der Athabasca-, der Android- und der Kitchener. Die Aussicht war umwerfend. So etwas bekommen die vielen Bustouristen, die durch diese Parks geschleust werden nicht zu sehen.



Morgen brechen wir von Saskatchewan River Crossing nach Jasper auf. Ich hoffe dort auch wieder Internet im Zimmer zu haben.
Dienstag der 06. August
Da wir gestern nach der anstrengenden Wanderung am Lake Louis ziemlich geschafft waren, haben wir einige Sehenswürdigkeiten auf unserem Weg nach Saskatchewan River Crossing, unserer derzeitigen Lodge, ausgelassen. Das haben wir heute Vormittag nachgeholt und mussten daher ein Stück auf dem Highway 93 Richtung Lake Louise zurück. Ein Highlight war der Peyto Lake, den wir als erstes angefahren sind. Bis zur Aussicht auf den See war es nicht sehr weit.


Unsere nächste Station war der Mistaya Canyon, den man auch schnell abhaken konnte, da es einen Weg am Canyonrand entlang nicht gab.


Als Hauptaktivität für heute hatten wir uns den etwa 6km langen Parker Ridge Trail ausgesucht. Beim 3km langen Aufstieg müssen gut 200 Höhenmeter überwunden werden. Der Trail ist steil und geht über Serpentinen den Hang hinauf. 
Oben angekommen sind wir auf dem Bergrücken bis auf eine Höhe von etwa 2600 Meter weitergegangen bis wir den Hilda Glacier sehen konnten. Mit dem Gletscher als Hintergrund hat uns ein Kanadier fotografiert. Es war sehr windig und gefühlte 0° dort oben.



Nach dieser Aktion sind wir wieder auf die normale Höhe von 2275 Meter des Bergrückens abgestiegen und in die entgegengesetzte Richtung gewandert bis wir den folgenden tollen Blick auf den Saskatchewan Glacier hatten. Diese Aussicht war das eigentliche Ziel unserer Wanderung.


Mit den Wanderungen auf dem Bergrücken sind so doch wieder einige Kilometer zusammengekommen, sodass wir beruhigt ein gutes Abendessen einnehmen und dabei auch ein oder zwei kanadische Biere trinken können. 

Montag der 05. August
Nach dem Frühstück sind wir in Banff aufgebrochen und über den alten Higway 1A nach Lake Louise gefahren. Unser erster Halt war am Moraine Lake. Wir waren noch sehr früh, sodass wir noch keine Parkplatzprobleme hatten. Der See liegt fantastisch und man kann ihn halb umrunden, was wir auch getan haben. Hin und zurück sind das etwa 3km.



Danach sind wir zum Lake Louise weitergefahren. Dort war dann schon eine größere Menschenansammlung. Der konnten wir entgehen indem wir uns sofort auf den 3,8km langen sehr steilen Trail zum Agnes Lake aufgemacht haben. Der Agnes Lake liegt wunderschön ebenfalls an einem Gletscher etwa 380 Meter über dem Lake Louise. Dort gibt es ein Teehaus das von jungen Menschen bewirtschaftet wird und wo man Kleinigkeiten essen kann. Alles muss zu Fuß angeliefert, bzw. wieder den Berg hinunter getragen werden. Strom gibt es ebenfalls nicht, sodass man auch nur bar bezahlen kann.


Nach einer kurzen Rast im Teehaus auf 2135 Meter sind wir den Plain of the 6 Glacier Trail weitergegangen. Der führt über den Big Beehive mit 2270m unseren höchsten Berg heute wieder zurück auf den Parkplatz vom Luxushotel am Lake Louise. Der Trail summierte sich so bei sehr steilen Auf- und Abstiegen auf gut 12km. Mit den Ausblicken auf Seen und Gletscher haben wir ihn aber sehr genossen, obwohl wir anschließend ziemlich erledigt waren.


Danach haben wir unsere nächste Lodge The Crossing angefahren. Leider gibt es dort in den Cabins kein Internet. Das Wetter war heute entgegen aller Prognosen gut. Wir hoffen das bleibt so.
Ich habe den Blog im Office der Lodge bearbeitet. Die Farben der Bilder sehen anders aus als auf meinem  Laptop. Ich weiss jetzt nicht  wie  das bei euch aussieht.

Sonntag der 04. August
Heute Vormittag wollten wir dem Kootenay National Park, dem kleineren Nachbarn des Banff National Parks einen Kurzbesuch abstatten. Das Wetter war entgegen allen Vorhersagen ausgezeichnet. Wir sind von Banff aus Richtung Norden den alten Highway gefahren, der sehr viel schöner ist als die Autobahn die heute durch den Park führt. Außerdem gibt es dabei auch die Möglichkeit Tiere zu sehen. Und wir hatten Glück. Ein schwarzer Wolf trabte an der Straße entlang. Leider habe ich ihn nicht vollständig auf dem Bild erwischt. Pech gehabt! Von diesem Highway, heute 1A, sind wir auf den Highway 93 Richtung Westen zum Kootenay N.P. abgebogen. Dieser Highway führt über den Vermilion Pass der nicht nur die Grenze zwischen Alberta und British Columbia, sondern auch die Kontinentale Wasserscheide zwischen Pazifik und Atlantik bildet. Bald darauf sind wir an unserem Ziel, dem Marble Canyon angekommen. Das ist ein schöner kurzer Trail, der häufig über Brücken führt, sodass man immer wieder in die Schlucht blicken kann.



Seinen Namen hat der Canyon da das Gestein aussieht wie Marmor. Gebildet wurde der Canyon durch den Vermilion River. An dessen Ufer entlang sind wir dann weiter Richtung Paint Pots gewandert. Dabei sind uns am Wegesrand auch ein paar Kleinlebewesen aufgefallen.




Das erste Foto zeigt Friederike am Flussufer, das zweite ein nur unwesentlich kleineres Ground Squirrel und das dritte einen wunderschönen Schmetterling dessen Namen wir allerdings nicht wissen. Das Ziel der Tour waren die bereits erwähnten Paint Pots. Das sind matschige Mulden mit roter Erde aus der die Indianer Farben für alle möglichen Zwecke hergestellt haben.

Da in Kanada Rundwanderstrecken anscheinend unbekannt sind, mussten wir anschließend den gleichen Weg zu unserem Auto zurück laufen.
Dann ging es wieder nach Banff. Wir wollten zum Abschluss noch die Höhle und die Pools mit den warmen Schwefelquellen besichtigen, die dazu geführt haben das überhaupt der Nationalpark entstanden ist. In den Pools gibt es eine endemische Schneckenart, die man jedoch nicht zu Gesicht bekommt, da Wissenschaftler sie alle in einen nicht öffentlichen Pool  umgesiedelt haben.

 
Das Foto zeigt den Pool in der Höhle.
Morgen geht es weiter Richtung Norden nach The Crossing. Das liegt am Zusammenfluss von Saskatchewan River mit dem Bow River.
Samstag, der 03 August
Beim Aufbruch heute Morgen schien die Sonne und die Berge der Kananaskis Range zeigten sich von ihrer besten Seite, wunderbar in der Sonne und mit einem Halstuch aus weißen Wolken.

Schade das wir dieses Wetter nicht am Vortag hatten. Die Fahrt nach Banff in den Banff National Park dauerte nur eine gute Stunde, sodass wir natürlich zum Einchecken in unsere neue Lodge viel zu früh waren. Da für Sonntag bereits wieder schlechteres Wetter angesagt ist, haben wir uns entschlossen heute alles zu machen wozu man eine gute Sicht benötigt. Wir sind auf den Parkplatz vor der Gondelbahn auf den Sulphur Mountain gefahren, haben ein Ticket gelöst und uns auf den Berg fahren lassen. Der sehr steile Aufstieg mit über 600 Höhenmeter hätte etwa 5 Stunden gedauert. Da man ja auch von dem Berg wieder herunter muss, hätte uns das zu lange gedauert. Die Aussicht vom Sulphur Mountain auf Banff und die umgebenden Berge ist fantastisch, wie ihr beim folgenden Foto erkennen könnt.

Wir hatten großes Glück das wir gegen 9:30 Uhr bereits auf dem Parkplatz waren und auch ohne Wartezeit eine Godel erwischten. Als wir die Warteschlange nach unserer Talfahrt sahen, traf uns der Schlag. Wir haben uns gefragt wo diese Menschenmassen auf der Bergspitze überhaupt Platz finden.
Vom Sulphur Mountain aus sind wir zum Sunshine Valley gefahren. Laut Reiseführer sollte es vom Parkplatz des Valleys einen Busshuttle-Dienst in das Sunshine-Skigebiet geben. Im Sommer kann man dort oben tolle Trails gehen bei denen man die fantastische Blumenwelt der Gegend bewundern kann. Am Parkplatz angekommen mussten wir das Schild "Road closed" zur Kenntnis nehmen. Die bereits bekannten Unwetter haben unseren Plan wieder einmal durchkreuzt.
Wir haben uns dann im Visitor Center in Banff beraten lassen und sind erst einmal ein Stück am Bow River entlang gelaufen und haben das Bergpanorama bewundert.


Leider hatten wir vor diesem Spaziergang vergessen uns mit "No bite" einzureiben, was zur Folge hatte das ganze Moskitoschwärme über uns herfielen. Wir sind die Strecke dann nicht mehr weitergegangen, sondern zu unserem Auto um uns sofort gegen Mücken zu imprägnieren. Unser Eindruck ist das Kanada wahrscheinlich die höchste Moskitodichte der Welt hat. Nach dieser Erfahrung sind wir zum Vermilion Lake gefahren, dort am Ufer entlang gelaufen und haben die Berge vom Seeufer aus auf uns wirken lassen.

 
Die Landschaft um Banff herum und die Lage von Banff gefallen uns sehr gut. Für unseren Geschmack befinden sich nur zu viele Menschen in der Stadt. Es ist allerdings auch Wochenende.
Freitag, der 02. August
Als wir heute Morgen aufwachten, war es am Regnen. Das bedeutete, dass wir unsere Trail-Planung von gestern vergessen konnten. Wir sind zum Visitors Center des Peter Loughead Provincial Parks gefahren um zu erkunden was bei diesem Wetter überhaupt machbar ist. Die Rangerin hat uns zwei 7 km lange Trails am Lower und am Upper Kananaskis Lake empfohlen. Da der erste am Lower Kananaskis Lake entlang direkt am Visitors Center begann, haben wir den auch als erstes in Angriff genommen. Auch das folgende Schild konnte uns nicht abschrecken, und mich schon gar nicht, denn wenn Friederike bei mir ist, fürchte ich mich vor nichts mehr.

Am Seeufer angekommen, war es trotz Regen doch ganz schön. Die Berge haben halt auch bei einem solchen Wetter ihren Reiz.

Das ist der Lower Kananaskis Lake. Bei Sonnenschein hätte er sicherlich noch schöner ausgesehen, aber auch die Wolken vor den Bergen wirken gut. Was es dort in Massen gab waren jedoch Moskitos. Wir hatten zum Glück genügend "No bite" mit und haben uns kräftig eingesprüht.
Da bei diesem Wetter ein Trail auf einen der Gipfel keinen Sinn machte, sind wir weitergefahren zum Upper Kananaskis Lake. Dort angekommen fing es noch kräftiger an zu regnen, sodass wir auf diesen Trail wiederum entlang des Seeufers keine Lust mehr hatten. Am Seeufer entlang zu wandern ist einfach langweilig. Ich bin dann vom Parkplatz ans Seeufer gegangen um wenigstens ein paar Fotos zu machen. Das Ergebnis seht ihr hier.

   
Ziemlich gefrustet haben wir uns auf den Weg Richtung Delta Lodge gemacht und siehe da, plötzlich tauchte auch die Sonne wieder auf und die Giganten zeigten sich uns doch noch.

Die Gipfel im Bereich des Peter Loughead Provincial Parks habe alle eine Höhe zwischen 2800 - 3100 Meter. Es gibt dort noch eine Reihe Gletscher, die allerdings von der See- bzw. Flussseite aus nicht sichtbar sind. Der ursprüngliche Trail, den wir am Upper Kananaskis Lake gehen wollten, war noch wegen Unwetterschäden geschlossen. Die Schäden der Überschwemmungen vom Juni - Juli sind erheblich. Es werden immer noch Straßen und Brücken repariert. Eine ganze Reihe Trails sind ebenfalls noch gesperrt.
Die Wetterbesserung haben wir sofort genutzt und sind zu einer etwa 6 km langen Tour zu den Troll Falls aufgebrochen.


Das war ein versöhnlicher Abschluss des Tages den wir uns doch etwas anders vorgestellt hatten. 
Morgen geht es weiter nach Banff in den Banff National Park und wir hoffen, dass dort das Wetter wieder zu unseren Plänen passt. 
 



Donnerstag, der 01. August
Heute hieß es Abschied nehmen vom Waterton Nationalpark. Es ist uns ziemlich schwer gefallen, denn wir hatten dort optimales Wetter. Nach dem Frühstück, das wir wie üblich auf unserem kleinen Balkon eingenommen haben, sind wir zum Parkausgang aufgebrochen. Dort, am Übergang zwischen Prärie und Gebirge haben wir uns noch die Reste einer Büffelherde angesehen. Und es waren sogar welche da die wir fotografieren konnten, wie ihr am folgenden Bild sehen könnt.

Und einen letzten Blick auf die Rockies im Bereich des Waterton Parks haben wir auch noch gewagt. Der Übergang von Prärie zu den steil aufragenden Bergen wirkt fantastisch, besonders am frühen Morgen.

Ich habe die gesamte Bergkette auch als Panorma aufgenommen und bin gespannt wie das wirkt.

Vom Waterton aus sind wir den Cowboy-Trail gefahren, überwiegend den Highway 22. Dieser Highway heißt Cowboy-Trail weil der Viehtrieb früher über diesen Weg gemacht wurde. Wir sind ihn gefahren weil er landschaftlich interessanter ist als die Autobahn wieder Richtung Calgary zu fahren. Die ersten Eindrücke waren überwiegend Rinderhaltung und der Futteranbau dafür.

 
Danach wurde es hügeliger mit saftgrünen Weideflächen. Es erinnerte fast an Irland.


Unsere Absicht war es von dem Highway 22 nach Kananaskis Village, unserer nächsten Station, abzubiegen. Dies war jedoch nicht möglich da die Straße nach den schweren Überflutungen im Juni immer noch gesperrt ist. Das müssen die schlimmsten Überschwemmungen gewesen sein die es in Kanada gegeben hat. Für uns hatte das zur Folge das wir bis zum Transcanada Highway nach Norden fahren mussten und dann nach Süden zum Kananaskis Village in die Delta Lodge, einer riesigen Hotelanlage. Kananaskis Village wurde für die Olympischen Winterspiele 1988 in Calgary als Austragungsort der alpinen Skisportdisziplinen gebaut. Es liegt wunderschön mitten in den Rockies wie das folgende Bild zeigt.

Wenn das Wetter morgen mitspielt, haben wir uns einen ganztägigen Trail ausgesucht. Als wir heute ankamen, hat es sogar geregnet. Wir brauchen halt einfach etwas Glück.